Omega-3 Fettsäuren richtig anwenden – Wirkung, Mangel, Diagnostik und Therapie in Erlangen (Region Nürnberg/Fürth)
Essenzielle Fettsäuren sind wichtige Bausteine für unsere körperliche und geistige Gesundheit – und dennoch werden sie in der modernen Ernährung oft vernachlässigt.
In diesem Artikel erfahren Sie, was essenzielle Fettsäuren sind, welche Formen es gibt (ALA, EPA, DHA) und warum das Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren so entscheidend ist. Mit dem Omega-3-Rechner berechnen Sie, wieviel Sie von welchem Lebensmittel zuführen müssen um Ihren Bedarf zu decken. Ein Mangel kann sich in Symptomen wie Konzentrationsstörungen, Entzündungen, Hautproblemen, depressiven Verstimmungen oder hormonellen Dysbalancen äußern. Abschließend schildere ich meine Erfahrungen zu Omega-3 aus meiner Privatpraxis für ganzheitliche Medizin in Erlangen (Raum Nürnberg/Fürth).
Essenzielle Fettsäuren – Lebenswichtige Fette für Körper und Geist
Warum Omega‑3‑Fettsäuren so wichtig sind
Omega‑3‑Fettsäuren sind lebenswichtige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. Sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden und spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Herz, Gehirn, Augen und Immunsystem.
Mögliche Folgen eines Mangels
In unserer Praxis begegnen wir häufig Menschen, die unter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen oder entzündlichen Beschwerden leiden – oft ohne zu wissen, dass ein Mangel an Omega‑3‑Fettsäuren eine mögliche Ursache sein könnte.
Die Rolle von DHA und EPA
Diese besonderen Fettsäuren sind an einer Vielzahl lebenswichtiger Prozesse beteiligt. Sie helfen, die Blutfettwerte zu regulieren, senken den Blutdruck, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und wirken entzündungshemmend. Besonders die Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) ist ein zentraler Baustein des Gehirns und der Netzhaut. Sie unterstützt die Signalübertragung zwischen Nervenzellen, fördert die Konzentration und wirkt stabilisierend auf die Psyche. EPA (Eicosapentaensäure) hingegen ist wichtig für die Bildung hormonähnlicher Botenstoffe (Eicosanoide), die Entzündungen regulieren und das Immunsystem steuern.
Warum die Deckung über Ernährung schwierig ist
Eine ausreichende Versorgung mit Omega‑3‑Fettsäuren ist daher nicht nur für die körperliche Gesundheit, sondern auch für die geistige und emotionale Balance von großer Bedeutung. Dennoch ist es schwer, den Bedarf allein über die Ernährung zu decken. Um die empfohlenen Mengen an EPA und DHA zu erreichen, wären große Mengen fettreicher Seefische wie Lachs oder Thunfisch nötig. Dies birgt Risiken, da diese Fische häufig mit Schwermetallen wie Quecksilber sowie mit Schadstoffen wie PCBs und Dioxinen belastet sind.
Risiken und Studienlage
Mehrere Studien zeigen, dass insbesondere große Raubfische wie Thunfisch erhöhte Quecksilberwerte aufweisen. So blieben die Quecksilberwerte bei tropischen Thunfischarten über 50 Jahre nahezu unverändert (ca. 3 000 Proben) – was auf persistierende Umweltbelastung zurückgeführt wird (Lorrain et al., 2024). Biologen stellten zudem erhöhte Quecksilberwerte in Pazifik-Gelbflossenthun fest (Drevnick et al., 2015). Bei Dosenthunfisch wurden Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen‑Werte nahe oder über den Grenzwerten gemessen (Ulusoy 2023). Auch Lachs zeigt Belastungen: Untersuchungen aus Norwegen fanden erhöhte Dioxin- und PCB-Spiegel – insbesondere in Wildlachs (Jensen et al., 2020).
Aus diesen Gründen empfehlen Fachgesellschaften, den Fischkonsum auf zwei Portionen pro Woche zu begrenzen. Für eine sichere Versorgung mit Omega‑3‑Fettsäuren sind geprüfte Nahrungsergänzungen – beispielsweise aus gereinigtem Fischöl oder Algenöl – oft die bessere Wahl.
Wirkmechanismen von Omega‑3 (EPA/DHA) – verständlich erklärt
Zellmembranen: „Schmierstoff“ für Zellen
EPA und DHA werden in die äußere Hülle unserer Zellen (Membran) eingebaut. Das macht diese Hülle flexibler, Signale laufen geordneter ab – und es wird weniger von der „entzündungsfreudigen“ Arachidonsäure bereitgestellt. Ergebnis: Das Immunsystem reagiert nicht mehr so überschießend. (Calder 2014; Calder 2017; Calder 2020)
Entzündung „beenden“, nicht nur dämpfen
Aus EPA/DHA bildet der Körper spezielle Auflösungs‑Botenstoffe (Resolvine, Protectine, Maresine). Diese wirken wie ein Löschtrupp: Sie stoppen das Nachströmen von Entzündungszellen, räumen Zelltrümmer auf und fördern Heilung, ohne die Abwehr grundsätzlich zu schwächen. (Serhan & Levy, J Clin Invest 2018; Ferreira et al., Molecules 2022; Li et al., Eur. Rev. Med. Pharm. Sci. 2020)
Genprogramme umstellen
Omega‑3 beeinflusst „Schaltzentralen“ in der Zelle: Entzündungs‑Transkriptionsfaktoren (z. B. NF‑κB) werden gedämpft, anti‑entzündliche Programme (z. B. PPAR‑γ) angeschoben. So sinkt die Produktion von Zytokinen und Adhäsions‑Molekülen – das ganze Entzündungssystem beruhigt sich. (Calder 2014; Calder 2017; Calder 2020)
Gefäße: mehr Durchblutung, weniger Anheften
An der Gefäßinnenhaut verbessert Omega‑3 die Funktion des Endothels. Es wird mehr Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt – das erweitert Gefäße, hemmt Blutplättchen und erschwert das „Ankleben“ von Entzündungszellen. Messbar steigt die flussvermittelte Dilatation (FMD). (Arabi et al., Eur. J. Clin. Invest. 2023; Sherratt et al., PLEFA 2021; Vallance & Chan, Heart 2001)
Gehirn & Nerven: DHA als Synapsen‑Baustein
DHA ist ein Hauptbestandteil von Nervenzell‑Membranen. Es unterstützt Signalübertragung und Synapsen‑Plastizität und bremst über die oben genannten Auflösungs‑Botenstoffe die „neuro‑entzündliche“ Überaktivität der Mikrogliazellen. (Giacobbe et al., Frontiers in Psychiatry 2020; Cutuli et al., Frontiers in Aging Neuroscience 2016; Nature Research Intelligence 2025)
Darm & Barrieren: dichter und ruhiger
Omega‑3 kann das Darmmikrobiom günstig verschieben, die Dichtigkeit der Darmwand (Tight Junctions) stützen und so weniger entzündliche Reize in den Körper lassen. Das ist ein plausibler Baustein, warum sich Darm‑ und Allgemeinbefinden beruhigen können. (Frontiers in Immunology 2022; Zorgetto‑Pinheiro et al., Journal of Medicinal Food 2022)
Haut: Barriere stärken, Juckreiz‑Schleifen durchbrechen
Bei entzündlichen Hautbildern (z. B. Neurodermitis) liefern EPA/DHA Barriere‑Fette und Auflösungs‑Mediatoren. Mechanistisch gut belegt, klinisch je nach Studie unterschiedlich stark – insgesamt zeigt sich: weniger Entzündungsreiz, mehr Barriere‑Ruhe. (Sawada et al., Frontiers in Immunology 2021; British Journal of Dermatology 2023; Nutrients 2024)
Zeit bis Wirkung & Messwert
Der Einbau in Zell‑ und Blutzell‑Membranen braucht Wochen. Der „Omega‑3‑Index“ (EPA + DHA in den roten Blutkörperchen) zeigt diesen Einbau objektiv; Bereiche um 8–11 % gelten als günstig und sind in Kohorten mit niedrigerem Herz‑Kreislauf‑Risiko verbunden. (Harris et al., Atherosclerosis 2017; Harris, Current Atherosclerosis Reports 2009)
Omega‑3: Aktuelle Studien und Empfehlungen
Herz‑Kreislauf: weniger Ereignisse
Omega‑3 kann das Risiko für Herzinfarkte und Eingriffe an den Herzkranzgefäßen senken. In großen Auswertungen zeigten sich auch weniger kardiovaskuläre Todesfälle. Reines EPA wirkte in einigen Analysen stärker als Mischpräparate aus EPA und DHA. (Dinu et al., European Journal of Preventive Cardiology, 2024)
Triglyceride spürbar senken
Ab etwa 2 g pro Tag senken Omega‑3‑Fettsäuren die Triglyceride zuverlässig. Das hilft Patientinnen und Patienten, deren LDL‑Werte schon gut sind, aber ein Rest‑Risiko bleibt. Der Effekt ist bei erhöhten Ausgangswerten besonders deutlich. (Wang et al., Journal of the American Heart Association, 2023)
Omega‑3‑Index und Lebenserwartung
Höhere EPA/DHA‑Blutwerte sind mit längerer Lebenserwartung verknüpft. Der Omega‑3‑Index ab etwa 8 % gilt als günstiger Bereich. Ein Bluttest hilft, die Versorgung gezielt zu steuern. (FORCE‑Konsortium, Nature Communications, 2021; Harris et al., Atherosclerosis, 2017)
Alzheimer: Unterstützung für die Denkleistung
Bei Alzheimer kann hoch dosiertes, EPA‑betontes Omega‑3 die geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Die Verträglichkeit war insgesamt gut und ähnlich wie unter Standardbehandlungen. Omega‑3 ist damit eine sinnvolle Ergänzung im Gesamtkonzept. (Tseng et al., Brain, Behavior, and Immunity, 2023)
Gehirn & Alter: Hinweise aus Langzeitstudien
Langzeitbeobachtungen zeigen: Mehr Omega‑3 in der Ernährung oder im Blut geht mit weniger Demenz einher. Gleichzeitig verläuft der geistige Abbau langsamer. Das spricht für eine gute Grundversorgung im Alltag. (American Journal of Clinical Nutrition, 2023)
ADHS: Wirkung braucht Zeit
Zusammenfassungen vieler Studien zeigen kleine, aber messbare Verbesserungen, wenn die Einnahme mindestens vier Monate dauert. Kurzzeitstudien finden den Nutzen oft nicht. Geduld und regelmäßige Einnahme lohnen sich. (Liu et al., Journal of Clinical Psychiatry, 2023)
ADHS: gezielt EPA bei niedrigen Spiegeln
Bei Kindern und Jugendlichen mit niedrigem EPA‑Ausgangswert verbesserte hoch dosiertes EPA die Aufmerksamkeit und Wachheit. Das spricht für eine labor‑gestützte, individuelle Auswahl statt „One‑size‑fits‑all“. So profitieren die passenden Patientinnen und Patienten am meisten. (Chang et al., Translational Psychiatry, 2019)
Schwangerschaft & frühe Kindheit: DHA für die Entwicklung
In Schwangerschaft und früher Kindheit ist DHA wichtig für Gehirn und Nerven. Die Daten zeigen Hinweise auf Vorteile, etwa bei der Motorik. Eine ausreichende Zufuhr in dieser Lebensphase ist sinnvoll. (Hu et al., Frontiers in Neurology, 2024)
Sicherheit: hohe Dosen ärztlich begleiten
Sehr hohe Tagesdosen wie 4 g können das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen, vor allem bei Herzkranken. Deshalb sollten Auswahl des Präparats und die Dosis ärztlich abgestimmt werden. So wird der Nutzen gesichert und das Risiko begrenzt. (European Medicines Agency, 2023; Lombardi et al., European Heart Journal – Cardiovascular Pharmacotherapy, 2021)
Was zeigt die Forschung – und was (noch) nicht?
- Herz/Kreislauf‑Endpunkte: Über viele Studien hinweg sind Effekte auf Herztod/Schlaganfall insgesamt klein oder nicht gesichert; bei koronarer Herzkrankheit gibt es Hinweise auf leichte Vorteile. Cochrane 2020 · NCCIH
- Triglyceride: Erhöhte Triglyceride lassen sich mit hochdosierten, ärztlich verordneten Omega‑3‑Präparaten zuverlässig senken (typisch 4 g/Tag). AHA Advisory
- Ernährung vs. Kapseln: Für mehrere Gesundheitsziele ist der Nutzen von Fischverzehr besser belegt als der von Supplementen – Ernährung bleibt die Basis. NCCIH · NIH ODS
- Schwangerschaft: In dieser Lebensphase ist DHA besonders wichtig; häufig werden ≥ 200 mg/Tag empfohlen. DGE
- ALA‑Umwandlung: Pflanzliche ALA wird nur gering in EPA/DHA umgewandelt; direkte EPA/DHA‑Quellen sind verlässlicher. NIH ODS
- Sicherheit bei hohen Dosen: Sehr hohe Tagesdosen (z. B. 4 g/Tag Ethylester) können das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen – bitte ärztlich begleiten. EMA/PRAC 2023
Omega‑3 Erfahrungsberichte: echte Fälle praxisnah und ganzheitlich
Psoriasis/Nagelpsoriasis – Öl statt Kapseln
Ein Patient mit Nagelpsoriasis berichtet, dass sich sein Nagelbild und sein Wohlbefinden nach rund drei Monaten täglicher Einnahme eines hochwertigen Omega‑3‑Öls deutlich verbessert haben. Er führt das auf ein ausgeglicheneres Omega‑6/3‑Verhältnis und die konsequente Anwendung zurück; empfohlen wurde ihm ausdrücklich die Öl‑Form statt Kapseln. (Psoriasis‑Netz Forum, 2023)
ADHS im Schulalter – flüssiges Omega‑3 in der Morgenroutine
Eine Mutter berichtet, dass ihr Kind mit vorwiegend unaufmerksamer ADS‑Ausprägung ein flüssiges Omega‑3 einmal täglich gut akzeptiert, weil Geschmack und Dosierung unkompliziert sind. Im Alltag beobachtet sie mehr Ruhe und Fokus, betont aber, dass Erfahrungen individuell sind und ärztliche Begleitung sinnvoll bleibt. (NenaLisi Elternblog, 2020er Jahre)
Schwangerschaft – DHA/EPA als Ergänzung bei wenig Fisch
Eine Schwangere schildert, dass sie DHA/EPA ergänzt, weil Fisch nur selten auf dem Speiseplan steht, und sich damit sicherer fühlt. In Foren tauschen sich mehrere Schwangere über Dosierung, Verträglichkeit und Alternativen wie Algenöl aus und wählen pragmatische Lösungen, die zum Alltag passen. (urbia Schwangerschaftsforum, 2024)
Familienalltag – Algenöl gut akzeptiert
Ein Vater berichtet, dass Algen‑Omega‑3 durch den milden Geschmack problemlos in die Frühstücksroutine der Familie passt. In vielen Elternrezensionen wird ein „milder, zitroniger“ Eindruck genannt sowie das Gefühl von mehr Energie und allgemeinem Wohlbefinden bei regelmäßiger Einnahme. (Trusted‑Shops Kundenstimmen, 2025)
Aufmerksamkeit & Prävention – Coach‑Sammlung
Ein Coach beschreibt, dass sich die Aufmerksamkeit eines Kindes verbesserte, nachdem die Omega‑3‑Zufuhr erhöht und das Omega‑6/3‑Verhältnis optimiert wurde. Parallel berichten Klientinnen und Klienten über präventive Motive im Alter; die Erfahrungen werden als individuell und eingebettet in einen ganzheitlichen Lebensstil dargestellt. (Happy‑Blood Erfahrungsberichte, 2023–2025)
Sport & Regeneration – Ausdauerathlet mit weniger Gelenkbeschwerden
Ein Ausdauerathlet berichtet, dass regelmäßiges Omega‑3 seine Regeneration beschleunigt und Gelenkbeschwerden reduziert hat. Zusätzlich beschreibt er stabilere Leistungen und besseren mentalen Fokus bei langen Einheiten sowie die einfache Integration in den Trainingsalltag. (Castelberg, persönlicher Erfahrungsbericht, 2025)
Omega‑3‑Index optimieren – Erfahrungsblog mit Bluttest
Ein Anwender schildert, dass sein Omega‑3‑Status trotz Supplementation zunächst nicht optimal war und sich erst nach Umstieg auf ein hochwertigeres Produkt sowie Anpassung der Dosis verbesserte. Er hebt die Bedeutung von Laborwerten (Omega‑3‑Index und Verhältnis zu Omega‑6) für die individuelle Steuerung hervor. (Minimalist Biohacker, 2024/2025)
Wechseljahre – mehr Stabilität im Alltag
Eine Frau in den Wechseljahren berichtet, dass sie Fischölkapseln aufgrund niedriger Blutspiegel begonnen hat und subjektiv mehr Antrieb und Stabilität verspürt. Sie probiert aus Verträglichkeitsgründen unterschiedliche Formen (Fisch‑ versus pflanzliche Öle) und findet so ihre persönliche Lösung. (Lifeline Wechseljahre Forum, 2017)
Trockene Augen – spürbare Linderung im Alltag
Ein Betroffener mit chronisch trockenen Augen ergänzt neben Tropfen und Gelen gezielt Omega‑3‑Kapseln und berichtet über spürbare Linderung der Beschwerden im Tagesverlauf. Die Erfahrung wird als alltagstaugliche Ergänzung beschrieben, nicht als Ersatz für augenärztliche Maßnahmen. (Onmeda Augenheilkunde Forum, 2016)
Herzgesundheit – kluge Dosiswahl bei Vorhofflimmern‑Risiko
Eine Patientin mit koronarer Herzkrankheit schildert, dass sie aus vegetarischen Gründen zu Fischöl griff, nach Medienberichten zum Vorhofflimmern‑Risiko aber ärztlich Rücksprache hielt und Dosis sowie Indikation überprüfen ließ. Fazit ihres Falls: Nutzen und mögliche Risiken werden gemeinsam mit dem Arzt abgewogen, anstatt unkontrolliert hoch zu dosieren. (Deutsche Herzstiftung – Herz‑Sprechstunde, 2023)
Neurodermitis – Kopfhaut & Ohren beruhigen sich
Ein Patient mit langjähriger Neurodermitis an Kopfhaut und hinter den Ohren berichtet, dass Juckreiz und Schuppen nach täglicher Omega‑3‑Einnahme über mehrere Wochen deutlich abnahmen. Er kombiniert das Öl konsequent mit rückfettender Pflege und achtet auf ein günstiges Omega‑6/3‑Verhältnis; seither treten Winter‑Schübe seltener und milder auf. (Neurodermitisportal – Nutzerbericht, 2022; Onmeda Neurodermitis Forum, 2025)
Entzündungen/Arthritis – weniger Schwellungen, weniger Schmerzmittel
Eine Patientin mit entzündlicher Polyarthritis beschreibt, dass sich mit regelmäßigem Omega‑3 die Morgensteifigkeit verkürzte und Gelenkschwellungen seltener wurden. Sie braucht seitdem weniger Entzündungshemmer und kommt im Alltag wieder besser zurecht, begleitet von gelenkschonender Bewegung und angepasster Ernährung. (Rheuma‑Liga Forum – Erfahrungsbericht, 2024; Arthrose‑Portal – Patientenstimmen, 2025)
Darmprobleme/Reizdarm – ruhigerer Morgen, weniger Drang
Ein Patient mit Reizdarmsyndrom berichtet, dass eine feste Omega‑3‑Routine – zusätzlich zu Flohsamenschalen und Stressmanagement – den morgendlichen Stuhldrang und Blähungen spürbar dämpfte. Er hält die Einnahme in belastenden Phasen konsequent durch und koppelt sie an ärztliche Kontrollen. (Med2‑Forum – Reizdarm‑Strang, 2024; Onmeda „Reizdarm & Durchfall“, 2025)
Die drei Hauptarten von Omega-3-Fettsäuren – Unterschiede, Funktionen und natürliche Quellen
Omega-3-Fettsäuren sind nicht gleich Omega-3 – es gibt drei Hauptformen, die sich in ihrer chemischen Struktur, ihrer biologischen Wirkung und ihrer Herkunft deutlich unterscheiden: ALA (Alpha-Linolensäure), EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure).
ALA – Die pflanzliche Vorstufe
Alpha-Linolensäure (ALA) ist die am weitesten verbreitete Omega-3-Fettsäure in der pflanzlichen Ernährung. Sie kommt vor allem in Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen, Walnüssen sowie in Ölen wie Leinöl, Rapsöl und Chiaöl vor. ALA ist essenziell, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Allerdings ist ihre Wirkung im Körper begrenzt, da sie erst in die aktiven Formen EPA und DHA umgewandelt werden muss – und das nur in sehr geringem Umfang. Die Umwandlungsrate liegt bei EPA bei etwa 5–10 %, bei DHA sogar unter 1 %. Das bedeutet: ALA ist zwar wichtig, reicht aber allein nicht aus, um den Bedarf an den biologisch aktiven Omega-3-Fettsäuren zu decken.
EPA – Der Entzündungsregulator
Eicosapentaensäure (EPA) ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure, die vor allem in fettreichen Meeresfischen wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen vorkommt. Auch Algen enthalten EPA, weshalb sie eine wichtige Quelle für Vegetarier und Veganer darstellen. EPA ist im Körper vor allem für die Bildung sogenannter Eicosanoide zuständig – hormonähnlicher Botenstoffe, die Entzündungsprozesse regulieren, die Blutgerinnung beeinflussen und das Immunsystem steuern. Eine ausreichende Versorgung mit EPA kann helfen, chronische Entzündungen zu reduzieren, das Herz-Kreislauf-System zu schützen und das Risiko für Autoimmunerkrankungen zu senken.
DHA – Der Baustein für Gehirn und Augen
Docosahexaensäure (DHA) ist die wichtigste Omega-3-Fettsäure für das zentrale Nervensystem. Sie ist ein Hauptbestandteil der Zellmembranen im Gehirn und in der Netzhaut des Auges. Besonders in der Schwangerschaft, Stillzeit und im Alter ist DHA unverzichtbar, da es die Entwicklung und Funktion von Gehirn und Sehvermögen maßgeblich beeinflusst. Studien zeigen, dass eine gute DHA-Versorgung mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit, einem geringeren Risiko für Demenz und einer stabileren emotionalen Gesundheit verbunden ist. DHA kommt – wie EPA – hauptsächlich in fettreichem Fisch und Algen vor. Pflanzliche Lebensmittel enthalten kein DHA, weshalb eine gezielte Zufuhr über die Ernährung oder Nahrungsergänzung notwendig ist, insbesondere bei veganer oder vegetarischer Lebensweise.
Fazit
Während ALA eine wichtige pflanzliche Quelle darstellt, sind EPA und DHA die entscheidenden Wirkstoffe für viele zentrale Körperfunktionen. Da die körpereigene Umwandlung von ALA in EPA und DHA sehr ineffizient ist, ist eine direkte Zufuhr über Fisch oder Algenprodukte besonders wichtig – vor allem für Menschen mit erhöhtem Bedarf oder bei pflanzenbasierter Ernährung.
Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren ist entscheidend für unsere Gesundheit. Beide Fettsäuren sind essenziell, das heißt, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Doch während Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken, können Omega-6-Fettsäuren in zu hoher Menge entzündungsfördernd sein. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Fettsäuregruppen beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper – von der Zellfunktion bis zur Entstehung chronischer Erkrankungen.
Was ist das ideale Verhältnis?
Ernährungswissenschaftler empfehlen ein Verhältnis von maximal 5:1 (Omega-6:Omega-3). Einige Quellen sprechen sogar von einem optimalen Verhältnis von 3:1 oder 2:1, insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen oder zur Prävention von Herz-Kreislauf-Problemen.
Warum ist das Verhältnis in der westlichen Ernährung aus dem Gleichgewicht?
In der westlichen Welt liegt das tatsächliche Verhältnis häufig bei 10:1 bis 15:1 – also deutlich über dem empfohlenen Wert. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Übermäßiger Konsum von Omega-6-reichen Pflanzenölen: Sonnenblumenöl, Maiskeimöl und Sojaöl sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und liefern große Mengen an Omega-6-Fettsäuren.
- Geringer Fischkonsum: Fisch, insbesondere fettreiche Sorten wie Lachs, Makrele oder Hering, ist eine der besten Quellen für Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA). In vielen westlichen Ländern wird jedoch zu wenig Fisch gegessen.
- Wenig pflanzliche Omega-3-Quellen: Leinöl, Chiasamen, Walnüsse und Rapsöl enthalten ALA, eine pflanzliche Form von Omega-3. Diese Lebensmittel werden jedoch oft vernachlässigt.
- Verarbeitete Lebensmittel: Fertigprodukte, Fast Food und Snacks enthalten häufig versteckte Omega-6-Fette, was das Ungleichgewicht zusätzlich verstärkt.
Grundversorgung (Erwachsene)
Für die tägliche Basis reichen in der Regel 250–500 mg EPA + DHA. Das entspricht etwa 1–2 Portionen fetter Seefisch pro Woche oder einem geeigneten Algen-/Fischölpräparat. Zielwert für den Omega‑3‑Index: etwa ≥ 8 %. (DGE, 2025; EFSA, 2020; Harris et al., 2017)
Schwangerschaft und Stillzeit
Zusätzlich zur Basisversorgung sind ca. 200 mg DHA pro Tag sinnvoll; wer keinen Fisch isst, kann gut auf Algenöl ausweichen. Wichtig ist die regelmäßige, tägliche Zufuhr statt gelegentlicher hoher Mengen. (DGE, 2025; Cochrane‑Review, 2020)
Erhöhte Triglyceride
Die deutlichsten Senkeffekte zeigen sich meist ab 2–4 g/Tag EPA/DHA (ärztlich begleiten lassen). Bei bestehender Herz‑/Stoffwechselerkrankung bitte keine Hochdosis ohne Kontrolle starten. (Journal of the American Heart Association, 2023)
ADHS und Aufmerksamkeit
Wirksamkeit hängt stark von der Dauer ab: mindestens 4 Monate konsequent einnehmen. Häufig genutzte Bereiche liegen bei 500–1.500 mg/Tag, bei niedrigen EPA‑Ausgangswerten eher EPA‑betont auswählen. (Journal of Clinical Psychiatry, 2023; Translational Psychiatry, 2019)
Kognition/Alter
Zur allgemeinen kognitiven Unterstützung werden häufig 500–1.000 mg/Tag eingesetzt; Nutzen ist individuell und abhängig von Ernährung und Risikoprofil. Bei genetischem Hochrisiko oder Mangelstatus ist eine personalisierte Entscheidung sinnvoll. (JAMA Network Open, 2024)
Einnahme & Qualität
Am besten zu einer Mahlzeit einnehmen, das verbessert Aufnahme und Verträglichkeit. Öle kühl und lichtgeschützt lagern; auf aktuelle Oxidations‑/Frischewerte und Schadstoffkontrollen achten. (EFSA, 2020)
Labor‑Steuerung
Ein Omega‑3‑Index im Zielbereich (etwa 8–11 %) hilft, Unter‑ oder Überversorgung zu vermeiden. Kontrollen nach 8–12 Wochen Dosisänderung sind praktikabel. (Harris et al., 2017)
Omega‑3 in Lebensmitteln – was drin ist und wie viel
Praktische Übersicht: **pflanzliche ALA** sowie **marines EPA/DHA** und **DPA** mit typischen Mengen pro Portion.
Pflanzenquellen (α‑Linolensäure)
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Leinöl (1 EL ≈ 14 g)≈ 7,3 g ALA
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Chiasamen (100 g, trocken)≈ 17–18 g ALA
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Walnüsse (28 g ≈ kleine Handvoll)≈ 2,5–2,7 g ALA
-
Raps/Canola‑Öl (1 EL)≈ 1,28 g ALA
ALA ist die **pflanzliche Omega‑3‑Vorstufe**; die körpereigene Umwandlung zu EPA/DHA ist **begrenzt**.
Fisch & Meeresfrüchte (EPA + DHA)
-
Hering (gekocht, ~113 g)≈ 2,28–2,44 g EPA + DHA
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Makrele (Pac./Jack, ~113 g)≈ 2,10 g EPA + DHA
-
Lachs (Chinook/Atlantik, ~113 g)≈ 1,97–2,44 g EPA + DHA
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Sardinen (Dose, ~113 g)≈ 0,99–1,12 g EPA + DHA
Schon **1–2 Portionen fetter Fisch pro Woche** bringen die **Basiszufuhr** an EPA/DHA zuverlässig in den grünen Bereich.
DPA‑Quellen (Docosapentaensäure)
-
Makrele (100 g)≈ 0,18 g DPA
-
Lachs (je nach Art, 100 g)≈ 0,30–0,39 g DPA
-
Gras‑gefüttertes Rind (Ausnahme)Spuren bis niedrige mg‑Werte
DPA kommt **natürlich mit EPA/DHA** vor und ergänzt die marinen Omega‑3. Werte schwanken je nach Art, Fütterung und Saison.
| Lebensmittel | Menge (g) | ALA (mg) | EPA (mg) | DHA (mg) | EPA+DHA (mg) | Aktion |
|---|
Wichtiger Sicherheitshinweis zu Omega‑3 (EPA/DHA)
Bitte beachten Sie die folgenden Punkte, bevor Sie Omega‑3 einnehmen oder die Dosis erhöhen:
- Hohe Dosierungen & Vorhofflimmern: Sehr hohe Tagesdosen (z. B. 4 g/Tag von verschreibungspflichtigen Omega‑3‑Ethylestern) sind mit einem dosisabhängig erhöhten Risiko für Vorhofflimmern bei Personen mit Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen oder Risikofaktoren verbunden. Treten Herzstolpern, unregelmäßiger Puls, Schwindel oder Luftnot auf, bitte ärztlich abklären und die Einnahme beenden.
- Antikoagulanzien & Operationen: Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern (z. B. ASS, DOAKs, Warfarin) oder vor geplanten Operationen die Dosierung individuell ärztlich abstimmen.
- Medizinische Indikationen: Die Senkung erhöhter Triglyceride erfolgt üblicherweise mit verschreibungspflichtigen Präparaten in hoher Dosis und sollte ärztlich überwacht werden (inkl. Labor‑Kontrollen).
- Schwangerschaft/Stillzeit: Bevorzugen Sie niedrig belastete Fischarten oder qualitätsgeprüftes DHA/EPA in moderater Dosis; in der Schwangerschaft werden häufig ≥ 200 mg DHA/Tag empfohlen. Verzehren Sie Fisch in maßvollen Mengen (1–2 Portionen/Woche) und achten Sie auf nachhaltige Herkunft.
- Qualität & Lagerung: Nutzen Sie Produkte mit ausgewiesenen Frische-/Oxidationswerten und Schadstoffkontrollen; Öle stets kühl, dunkel und gut verschlossen lagern.
Für wen ist eine ärztliche Rücksprache besonders wichtig?
- Vorhofflimmern, koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder kardiovaskulären Risikofaktoren
- Geplante Operationen oder Blutungsrisiko / Antikoagulanzien
- Schwangere, Stillende, Kinder
- Geplante Hochdosis‑Einnahme (>1–2 g/Tag EPA + DHA)
Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung
Qualitäts‑Check Omega‑3 (EPA/DHA)
Dieser Qualitäts‑Leitfaden ist für die mobile Lesbarkeit in Teilüberschriften gegliedert. Er hilft Ihnen, Omega‑3‑Produkte (Fischöl, Krillöl, Algenöl) neutral und fachlich sauber zu beurteilen – mit Fokus auf Zusammensetzung, Frische, Reinheit, Herkunft, Seriosität, Anwendung und Sonderfällen.
Zusammensetzung klar angegeben
Achten Sie auf eine deutliche Deklaration der EPA‑ und DHA‑Mengen pro Tagesportion sowie die chemische Form der Fettsäuren (Triglycerid, Ethylester, Phospholipid). Transparenz zur Produktart (Fischöl, Krillöl, Algenöl, Lebertran) und zu realen Gehaltswerten ist wichtiger als Werbeclaims.
Quellen: NIH Office of Dietary Supplements (Omega‑3 Fatty Acids – Health Professional Fact Sheet); National Center for Complementary and Integrative Health (Omega‑3 Supplements: What You Need To Know).
Frische und Oxidationsschutz
Bevorzugen Sie Produkte mit aktuellen Frischewerten (Peroxidzahl, Anisidinzahl, TOTOX) oder unabhängiger Frischeprüfung. Flüssige Öle sollten in dunklen Glasflaschen, kühl und lichtgeschützt gelagert und zügig verbraucht werden; antioxidativer Schutz (z. B. Vitamin E) kann Oxidation reduzieren.
Quellen: Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA; Sicherheitsbewertung EPA/DHA – Oxidationsstabilität); ConsumerLab (Vergleichstests zu Frische/Reinheit).
Reinheit (Schadstoff‑Zertifikate)
Verlangen Sie Laborberichte zu Schwermetallen (Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen), PCB/Dioxinen und Mikrobiologie. Algenöle aus kontrollierter Kultur sind häufig schadstoffarm und eine gute Alternative für Personen, die keinen Fisch essen.
Quellen: NIH Office of Dietary Supplements (Sicherheit/Quellen); ConsumerLab (Produktanalysen).
Herkunft und Nachhaltigkeit
Setzen Sie auf nachhaltigen Fischfang oder nachhaltig betriebene Aquakultur (z. B. MSC/ASC) oder auf Mikroalgen als pflanzliche EPA/DHA‑Quelle.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – „Fisch jede Woche“ mit Nachhaltigkeitshinweisen.
Etikettierung und Seriosität
Meiden Sie Produkte mit Heilsversprechen. Seriöse Anbieter nennen exakte Dosierung, Inhaltsstoffe, Warnhinweise und orientieren sich an anerkannten Leitlinien; die Evidenz wird transparent dargestellt.
Quelle: National Center for Complementary and Integrative Health (Einordnung Nahrungsergänzung/Evidenzlage).
Anwendung und Lagerung
Die Einnahme zu einer Mahlzeit verbessert Resorption und Verträglichkeit. Öl kühl, dunkel und gut verschlossen lagern und nach Anbruch zeitnah verbrauchen.
Quelle: NIH Office of Dietary Supplements (praktische Hinweise/Sicherheit).
Sonderfälle – ärztlich abklären
Schwangere und Stillende profitieren typischerweise von mindestens 200 mg DHA pro Tag; Fisch in maßvollen Mengen (1–2 Portionen/Woche) wählen. Herzpatient:innen und Personen mit geplanter Hochdosis‑Einnahme (z. B. 4 g/Tag verschreibungspflichtige Omega‑3‑Ethylester) sollten die Einnahme ärztlich abklären, da hohe Dosen das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können; bei Symptomen absetzen und ärztlich Rücksprache halten.
Quellen: DGE – Referenzwerte „Fett, essenzielle Fettsäuren“ (DHA in Schwangerschaft); European Medicines Agency (EMA), PRAC – Mitteilung 2023 zum dosisabhängigen Vorhofflimmern‑Risiko; Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Verbraucherhinweis 2023.
Vegane Option (Algenöl)
Für Personen ohne Fischkonsum ist Algenöl mit ausgewiesenem DHA/EPA‑Gehalt eine nachhaltige und meist schadstoffarme Alternative.
Quellen: NIH Office of Dietary Supplements; National Center for Complementary and Integrative Health.
Planen Sie 1–2 Fischmahlzeiten pro Woche als Grundlage; Supplemente ergänzen gezielt – etwa in ärztlicher Absprache bei erhöhten Triglyceriden oder besonderem Bedarf.
Quellen: DGE („Fisch jede Woche“); American Heart Association (Science Advisory zur Triglyceridsenkung unter 4 g/Tag verschreibungspflichtiger Omega‑3‑Präparate).
Hinweis zur Sicherheit
Für gesunde Erwachsene sind EPA+DHA bis etwa 5 g/Tag von EFSA als sicher bewertet; Hochdosen sollten dennoch ärztlich abgestimmt werden (mögliche LDL‑Änderungen, individuelle Risiken).
Quelle: EFSA – Scientific Opinion zu EPA/DHA‑Sicherheit (keine UL, Bewertung bis ca. 5 g/Tag; Oxidationsstabilität beachten).
Die Bestimmung des Fettsäureprofils im Blut ist eine effektive Methode, um den individuellen Versorgungsstatus mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zu überprüfen. Dabei gibt es zwei gängige Verfahren:
Bluttest für zu Hause (Trockenbluttest)
Mit einer kleinen Lanzette wird ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe entnommen.
- Das Blut wird auf ein spezielles Testpapier getropft und getrocknet.
- Die Probe wird per Post an ein Labor geschickt.
- Das Labor analysiert die Fettsäurezusammensetzung und liefert Werte wie den Omega-3-Index und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3.
Labortest beim Arzt (Vollblut oder Erythrozytenanalyse)
- Es wird eine Blutprobe entnommen, meist aus der Armvene.
- Die Analyse erfolgt aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), da diese die Fettsäureversorgung der letzten Wochen widerspiegeln.
- Die Auswertung erfolgt im Labor mittels moderner Analysetechniken wie Gaschromatographie.
Was wird genau gemessen?
- Omega-3-Index: Der Anteil von EPA und DHA an der Gesamtfettsäuremenge in den roten Blutkörperchen. Ein Wert zwischen 8 und 11 % gilt als optimal.
- Omega-6: Omega-3-Verhältnis: Gibt Aufschluss über das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Fettsäuren.
- Einzelne Fettsäuren: Wie ALA, EPA, DHA, Linolsäure (LA) und Arachidonsäure (AA).
Wann ist eine Messung sinnvoll?
- Bei Verdacht auf Mangel oder Ungleichgewicht
- Zur Kontrolle bei Einnahme von Omega-3-Präparaten
- Bei chronischen Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurologischen Beschwerden
- In der Schwangerschaft oder Stillzeit
In meiner Privatpraxis für ganzheitliche Medizin in Erlangen spielt die gezielte Versorgung mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren eine zentrale Rolle. Dabei geht es nicht nur um die Einnahme, sondern vor allem um die Verträglichkeit, Wirksamkeit und Qualität der verwendeten Präparate. Denn nicht jedes Produkt, das auf dem Markt erhältlich ist – ob günstig oder hochpreisig – erfüllt die Anforderungen, die für eine nachhaltige gesundheitliche Wirkung notwendig sind.
Individuelle Testung statt blinder Einnahme
Ich bitte meine Patientinnen und Patienten ausdrücklich, alle eingenommenen Omega-3-Produkte zum Praxistermin mitzubringen. Mithilfe der Applied Kinesiology teste ich individuell, wie diese Präparate auf den Körper wirken und ob sie die bestehenden Beschwerden tatsächlich positiv beeinflussen – oder im schlimmsten Fall sogar belasten.
Dabei zeigt sich immer wieder: Auch teure Produkte aus Reformhaus oder Apotheke schneiden in der kinesiologischen Testung nicht automatisch gut ab. Häufig liegt das an folgenden Faktoren:
- Unzureichender Oxidationsschutz: Viele Kapselhüllen versprechen, das empfindliche Öl vor Oxidation zu schützen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Schutzfunktion oft nicht erfüllt wird. Oxidierte Fettsäuren können den Körper belasten und entzündungsfördernd wirken.
- Zusatzstoffe zur Haltbarkeitsverlängerung: Konservierungsmittel und Stabilisatoren, die in vielen Produkten enthalten sind, können die Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit beeinträchtigen.
- Qualitätsunterschiede bei der Rohstoffgewinnung: Die Herkunft und Verarbeitung der Öle spielt eine entscheidende Rolle für ihre Reinheit und Wirksamkeit.
Algenöl als hochwertige Alternative – auch privat in meiner Familie
In meiner Praxis – und auch privat in meiner Familie – verwende ich hochwertiges Algenöl, das in Glasflaschen erhältlich ist. Dieses Produkt zeigt in der kinesiologischen Testung durchweg sehr gute Ergebnisse. Algenöl ist eine pflanzliche, nachhaltige Quelle für EPA und DHA – und bietet entscheidende Vorteile gegenüber Fischöl:
Herstellung von Algenöl
Algenöl wird aus Mikroalgen gewonnen, die in kontrollierten Aquakulturen gezüchtet werden. Diese Algen sind die ursprüngliche Quelle von Omega-3-Fettsäuren – Fische reichern diese Fettsäuren nur an, indem sie Algen fressen. Die Kultivierung erfolgt unter sterilen Bedingungen, wodurch eine hohe Reinheit und Qualität gewährleistet ist. Die Extraktion des Öls erfolgt meist durch CO₂-Extraktion oder Kaltpressung, was die empfindlichen Fettsäuren schützt und ihre Wirksamkeit erhält.
Vorteil: Keine Schwermetallbelastung
Ein wesentlicher Vorteil von Algenöl gegenüber Fischöl ist die deutlich geringere Belastung mit Schwermetallen. Fische, insbesondere aus konventionellen Fanggebieten, können mit Quecksilber, Cadmium oder anderen Umweltgiften belastet sein. Diese Stoffe reichern sich im Fettgewebe der Tiere an und können über Fischölpräparate in den menschlichen Körper gelangen. Algenöl hingegen stammt aus geschlossenen Systemen und ist frei von Schwermetallen und anderen Schadstoffen – ein entscheidender Sicherheitsaspekt, besonders für empfindliche Personen, Schwangere und Kinder.
Ergänzend: Leinöl für ALA und ein besseres Omega-6-Verhältnis
Zusätzlich empfehle ich die tägliche Einnahme von einem Esslöffel frischem Leinöl, um den Körper mit ALA (α-Linolensäure) zu versorgen – einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure, die das Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren verbessert und entzündungshemmend wirkt. Leinöl ist eine einfache, natürliche Ergänzung, die sich hervorragend in den Alltag integrieren lässt.
Ganzheitliche Diagnostik für nachhaltige Wirkung
In meiner Praxis kombiniere ich moderne Labordiagnostik mit der Applied Kinesiology, um Ihren individuellen Bedarf präzise zu erfassen. Die Laboranalyse zeigt objektiv, wie gut Ihr Körper mit Omega-3 und Omega-6 versorgt ist. Die kinesiologische Testung ergänzt diese Daten um eine energetische Ebene – und hilft, das für Sie am besten verträgliche und wirksamste Präparat auszuwählen.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, um Ihre Fettsäureversorgung individuell und ganzheitlich überprüfen zu lassen – für mehr Energie, weniger Entzündungen und eine stabile Gesundheit.
Privatpraxis für ganzheitliche Medizin in Erlangen (Raum Nürnberg/Fürth)
Dr. med. Doris Gottfried
Warum sind Omega-3-Fettsäuren so wichtig für die Gesundheit?
Sie wirken entzündungshemmend, unterstützen Herz, Gehirn und Zellmembranen.Welche Symptome deuten auf einen Omega-3-Mangel hin?
Müdigkeit, trockene Haut, Konzentrationsprobleme, Gelenkbeschwerden und Stimmungsschwankungen.Wie wird der Omega-3-Status in Ihrer Praxis überprüft?
Durch eine Fettsäure-Analyse im Blut (Omega-3-Index) und ergänzende Labordiagnostik.Welche Rolle spielen Omega-3-Fettsäuren bei Entzündungen?
Sie hemmen entzündungsfördernde Botenstoffe und fördern die Bildung von Resolvinen.Sind Omega-3-Fettsäuren bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinnvoll?
Ja, sie verbessern die Gefäßfunktion, senken Triglyceride und wirken antiarrhythmisch.Welche Quellen für Omega-3 sind am besten?
Fettreiche Fische (Lachs, Makrele), Algenöle und hochwertige Fischölpräparate.Wie unterscheiden sich EPA und DHA?
EPA wirkt stark entzündungshemmend, DHA ist wichtig für Gehirn und Nervensystem.Kann man Omega-3 auch vegan zuführen?
Ja, über Algenölpräparate, die DHA und EPA enthalten.Welche Dosierung ist optimal?
Abhängig von Bedarf, Entzündungsstatus und Laborwerten – individuell angepasst.Bieten Sie Beratung für Patienten aus Nürnberg und Fürth an?
Ja, unsere Praxis in Erlangen betreut die gesamte Metropolregion.
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In diesem Glossar finden Sie die wichtigsten Fachbegriffe rund um Omega-3-Fettsäuren, ihre Wirkung und Bedeutung für die ganzheitliche Medizin.
- Omega-3-Fettsäuren – Essenzielle Fettsäuren mit entzündungshemmender Wirkung.
- EPA (Eicosapentaensäure) – Omega-3-Fettsäure, wichtig für Entzündungshemmung.
- DHA (Docosahexaensäure) – Omega-3-Fettsäure, essenziell für Gehirn und Nervensystem.
- ALA (Alpha-Linolensäure) – Pflanzliche Omega-3-Vorstufe, Umwandlung begrenzt.
- Omega-3-Index – Laborwert zur Bestimmung des Omega-3-Status.
- Resolvine – Entzündungsauflösende Botenstoffe aus Omega-3-Fettsäuren.
- Triglyceride – Blutfette, die durch Omega-3 gesenkt werden können.
- Algenöl – Vegane Quelle für EPA und DHA.
- Orthomolekulare Medizin – Therapie mit Mikronährstoffen, inkl. Omega-3.
- Fettsäureprofil – Analyse der Fettsäuren im Blut zur individuellen Therapieplanung.
Autorin: Dr. med. Doris Gottfried | Letzte Aktualisierung: 18.12.2025